Es ist nicht nur wichtig, sich mit den grundlegenden Ursachen zu beschäftigen, die die Essstörung verursachen. Genauso wichtig ist es, auf ein gesundes Essverhalten hinzuarbeiten. Viele Menschen haben Angst davor, wieder normal zu essen, weil sie befürchten, dass sie, wenn sie einmal mit dem Essen begonnen haben, nicht mehr aufhören können. Aber diese Befürchtung ist unnötig. Es braucht Zeit, wieder mit dem normalen Essen anzufangen, und es sollte langsam geschehen, damit Sie nicht in Panik geraten und die Kontrolle verlieren.
Ihr ultimatives Ziel wird es sein, zu lernen, drei Nicht-Diät-Mahlzeiten und zwei bis drei Zwischenmahlzeiten pro Tag zu sich zu nehmen. Kohlenhydrate wie z.B. Getreide, Pasta, Reis, Brot, Obst und Gemüse sollten dabei 50 bis 60% Ihrer täglichen Nahrungsmenge ausmachen. Fett ist ebenfalls ein essentielles Nahrungsmittel und sollte etwa 25% zu Ihrer täglichen Nahrungszufuhr beitragen, während es bei Eiweiß, wie z.B. Eiern, rotem Fleisch, Milchprodukten und Geflügel zwischen 10 und 15% sein sollten.
Ein qualifizierter Ernährungsberater kann Ihnen dabei helfen, schrittweise ein gesundes Essverhalten zu erlernen. Beigefügt ist eine Liste mit Vorschlägen, die Ihnen helfen können, zu normalem Essen zurückzufinden.
Wenn Sie an Bulimie oder Fressattacken leiden, versuchen Sie, drei Nicht-Diät-Mahlzeiten und drei Zwischenmahlzeiten pro Tag zu essen. Die Mahlzeiten sollten jeden Tag etwa zur gleichen Zeit gegessen werden. Am Anfang kann es Ihnen helfen, einem Mahlzeitenplan zu folgen, so dass Sie schon im voraus wissen, was Sie essen werden. Erlauben Sie sich keine Mahlzeiten darüber hinaus! Mehr zu essen, könnte zu Versagensgefühlen führen und damit einen neuen Ess-/Brechanfall auslösen. Meiden Sie am Anfang Lebensmittel, die einen Heißhungeranfall oder zu starke Schuldgefühle nach dem Essen auslösen könnten. Zu einem späteren Zeitpunkt können Sie diese Lebensmittel schrittweise in Ihren Nahrungsplan aufnehmen.
Werfen Sie Ihre Waage fort! Die Waage können Sie daran hindern, Ihr gesetztes Ziel des gesunden Essens zu erreichen. Denken Sie außerdem daran, dass Sie keine Nummer sind, und dass die Zahl auf der Waage nichts ändert an der wunderbaren Person, die Sie sind. Versuchen Sie sich nach dem Essen mit einer Lieblingsbeschäftigung abzulenken. Wenn Sie sich sehr unwohl fühlen, versuchen Sie es mit Atemübungen.
Hören Sie auf mit dem Kalorienzählen. Kalorienzählen hindert Sie daran, normal zu essen. Konzentrieren Sie sich lieber darauf, zu lernen, was normales Essen bedeutet. Andere beim Essen zu beobachten, kann dabei hilfreich sein. Manchmal hilft es, sich Essen als Medikament vorzustellen. Sie mögen es vielleicht nicht nehmen, aber es ist wichtig, es einzunehmen, um gesund zu werden. Sie können Essen auch mit Treibstoff vergleichen: Ihr Körper braucht ihn, um ordnungsgemäß zu funktionieren.
Denken Sie daran, dass die Stimme in Ihrem Kopf lügt – Sie müssen genau das Gegenteil von dem tun, was sie Ihnen sagt. Wenn sie Ihnen befiehlt, nicht zu essen, halten Sie sich nicht daran und essen Sie. Dadurch werden Sie die Kontrolle zurückgewinnen, die die Essstörung jetzt noch hat.
Viele Menschen glauben, dass sie die Kontrolle haben, solange sie nicht essen. Die Wahrheit ist, dass die Essstörung Sie unter Kontrolle hat, solange Sie sich nicht erlauben zu essen. Wenn Sie übermäßig Sport treiben, versuchen Sie, langsam auf ein normales Maß zu kommen.
Üben Sie am Anfang "mechanisches Essen". Das bedeutet, zu vorgegebenen Zeiten zu essen, ganz gleich, ob Sie hungrig sind oder nicht. Die körperlichen Mechanismen, die Hunger und Sättigung signalisieren, funktionieren nämlich noch nicht. Mit der Zeit werden sie aber wiederkehren und Ihnen anzeigen, wann Sie hungrig und wann Sie satt sind. Denken Sie immer daran, dass KEIN Essen Sie fett macht, solange es in Maßen gegessen wird.
Hören Sie auf, "Diätprodukte" zu kaufen. Kaufen Sie Essen, auf das Sie Lust haben, und nicht, weil es wenig Kalorien hat. Normales Essen zu lernen, braucht Zeit, und Sie sollten es langsam angehen, um sich nicht zu überfordern. Am Anfang ist es harte Arbeit, aber schon bald wird es ein normaler Teil Ihres Tagesablaufs sein.






